Rhetorischer Realismus? ├ťber Gaming-Referenzen in der Gegenwartskunst
13.06.2019, University of Applied Arts, Vienna

Department Digital Art (Prof. Ruth Schnell)

The talk was presented in German, hence the German abstract:

Bez├╝ge auf die Bilder und Bedeutungswelt digitaler Spiele sind in der Gegenwartskunst zahlreich, man denke etwa an prominente Beispiele wie Hito Steyerls Videoinstallation Factory of the Sun, die als Teil des deutschen Beitrags zur Biennale di Venezia 2015 erstmalig gezeigt wurde oder Harun Farocki letzte Werkserien Serious Games (2010) und Parallel (2012 - 2014).
Gleichzeitig ist die Gaming-Industrie mit zuletzt knapp zweieinhalb Milliarden Spieler_innen weltweit (und entsprechenden Ums├Ątzen) vielleicht der wichtigste kulturindustrielle Zweig der Gegenwart.

In ihrem Vortrag wird Katharina Brandl anhand des Beispiels von Hito Steyerl ein Argument f├╝r den Realismus solcher Arbeiten, verstanden als ein spezifisches Verh├Ąltnis zwischen au├čerk├╝nstlerischer Realit├Ąt und k├╝nstlerischer Arbeit, entwickeln. Die K├╝nstlerin thematisiert in Factory of the Sun, nicht nur ein Verh├Ąltnis von game und play, also der Regelhaftigkeit des Spiels auf einer einen Seite und die Freiheit des Spielens auf der anderen Seite, das zugunsten der Regelhaftigkeit ausf├Ąllt, sondern sie bezieht sich in einzelnen Sequenzen auch konkret auf den Realismus Bertolt Brechts, indem dessen ┬źVerfremdungseffekt┬╗ nicht nur zitiert, sondern auch angewandt wird. Wie sieht nun das Verh├Ąltnis von k├╝nstlerischer Arbeit und ihrer historischen Gegenwart aus? Wie verorten sich k├╝nstlerische Arbeiten, die omnipr├Ąsente Gaming-Welten referenzieren, zu unserer gamifizierten Gegenwart?

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